RUTH 2015

Nachdem der Bericht über die RUTH-Jury 2014 im letztjährigen Programmheft mit den Worten begann, „Manchmal geht es ja ganz schnell“, müssten wir den über die Jury-Sitzung zur RUTH 2015 eigentlich mit „Manchmal geht es noch schneller“ anfangen lassen.

 

Das lag in diesem Fall daran, dass wir vorgearbeitet hatten: Nachdem Cornelia Rost vom Hessischen Rundfunk angekündigt hatte, im April 2014 in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen, und schon lange feststand, dass Werner Fuhr beim WDR im September 2015 seinen Schreibtisch räumen würde, war frühzeitig die Entscheidung gefallen, diesen beiden verdienten Rundfunkredakteuren zu gleichen Teilen die Ehren-RUTH 2015 anzutragen.

 

Damit blieben also für die Jury nur noch die musikalischen Kategorien des Haupt- und Förderpreises. In beiden Fällen wurde die Kandidatenlage nach und nach ausgedünnt, bis schließlich die jeweiligen Sieger feststanden.

 

Erneut geht der Hauptpreis an ein Projekt - Eurasians Unity. Anfangs beschlich uns ja Skepsis. Musikerinnen zwischen Balkan und Vorderem Orient, Frauen, Grenzen überschreitend -  das klingt verdächtig nach political correctness. Wäre dagegen etwas einzuwenden? Durchaus, wäre es das einzig Positive, das man herausheben könnte. Ist es aber glücklicherweise nicht, denn das Oktett liefert eine spannende musikalische Begegnung von hoher künstlerischer Qualität. Musikalisch absolut preiswürdig!  

 

Sehr gute Kandidaten gab es auf der Liste für die Förder-RUTH. Da sind, das muss man einräumen, für die Entscheidung letztlich die Musiker im Vorteil, die jemand aus der Jury im Konzert erlebt hat – Videos zeigen einiges, aber eben doch nicht alles. Am Schluss konnten sich aber alle Juroren problemlos auf Masaa verständigen: Feiner Oriental Jazz jenseits bekannter Pfade mit einem ausdrucksstarken Sänger.

 

Das TFF-Team war in diesem Jahr, der Abfolge der einzelnen Treffen war’s geschuldet, vorgeprescht und hatte seinen Preisträger schon vor der Jury-Sitzung gekürt. Im Team gibt es eine Vorliebe für Gesang, und dabei nochmals für das lakonisch vorgetragene deutsche Lied. Mithin war die RUTH überfällig an einen der Großen dieses Genres, an Funny van Dannen. Er nahm „den Preis gerne an“, die anderen Kandidaten dann später auch – ein weiterer RUTH-Jahrgang war komplett.

 

 

 

Die Jury 2015

Tiago de Oliveira Pinto (Vorsitz)

Ulrich Doberenz (TFF Rudolstadt)

Peter Eichler (MDR)

Bernhard Hanneken (TFF Rudolstadt)

Gereon Schoplick (Creole)